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Weihnachtstraditionen in Polen

Weihnachtstraditionen in Polen
Patrizia Rot
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Dezember ist Europaweit und auch weltweit einer der wichtigsten und besonderen Monate im ganzen Jahr. Dies ist die Zeit wo die Familie zusammen kommt um die Geburt Christi zu feiern. Abgesehen vom religiösen Aspekt, Weihnachten und Dezember ist eine Zeit wo die Traditionen zum Leben erweckt werden. Im großen ganzen verfolgt Weihnachten dieselben Regeln in jedem Land. Gottesdienst, Weihnachtsbaum, Geschenke, speisen mit der Familie, doch jeder Ort hat verschiedene Bräuche.

Mit seiner turbulenten Vergangenheit, reichen Geschichte und tiefen christlichen Wurzeln, ist Polen ein Beispiel der originellen Weihnachtstraditionen.
In Polen wird Weihnachten „Boże Narodzenie“ gennant (die Geburt Gottes) und dauert länger als in andere Ländern, denn sie fängt am Ende des Adventes (24. Dezember) und endet am 2. Februar.

Bräuche vor Weihnachten

Weihnachtsdekoration

Die Weihnachtsvorbereitung sind ein Teil der polnischen Traditionen und fangen lange bevor an. Das Putzen des Hauses ist ein wichtiger Teil der Vorbereitungen, denn man meint, dass das Haus am Weihnachtsabend sauber sein muss um das ganze Jahr lang sauber zu bleiben.

Man feiert nicht nur die Geburt Jesus, sondern auch das Ende der Fastenzeit, die Wochen vor dem Advent, wo man den Körper und die Seele reinigt, indem man kein Fleisch konsumiert und nicht sündigt. Während der Adventzeit, gibt es aber ein paar Ausnahmen von dieser Regel, und zwar zum Heiligen Andreas (29. November), zur Heiligen Barbara (4. Dezember) und zum Heiligen Nikolaus (6.Dezember). An diesen Tagen ist es erlaubt zu tanzen und Süßigkeiten zu essen.

Eine alte Tradition, die bis heute in den polnischen Dörfern gilt und ausgetragen wird, ist das Segnen der Felder mit Weihwasser und das Aufbauen von Streukreuzen, das in allen vier Himmelsrichtungen gesetzt werden.

Der Weihnachtsbaum ist auch in Polen ein wichtiger Teil der Festlichkeiten. Heutzutage wird der Baum ein paar Tage vor dem Heiligen Abend im Haus gebracht. Vor Jahrhunderten, wurden nur Äste am Heiligabend, „Wigilia”, ins Haus gebracht. Die ganze Familie ist am schmücken beteiligt und es ist ein besonderer Anlass für die Kleinen. In den alten Zeiten würden die Äste oder der Baum mit Apfäln geschmückt um an die verbotene Frucht und die Verbannung aus dem Paradies zu erinnern. Heutzutage, werden Äpfel, Orangen, Süßigkeiten, aber auch morderner Weihnachtsschmuck.

Wigilia – der Heiligabend

Die Mahlzeit mit der Familie ist ein wichtiger, wahrscheinlich der wichtigste Teil der Weihnachtszeit in Polen. Es gibt ein paar Rituale die am Wigilia Abend nachgefolgt werden müssen. Der Glaube ist, das am Wigilia Abend, die Magie der Geburt sich auf alle Lebewesen erstreckt, so dass Tiere die Gabe der Sprache bekommen und Menschen haben die Möglichkeit in die Zukunft zu schauen. Der Heiligabend trägt mehr Bedeutung, denn der Weihnachtstag selbst, denn es stellt die Vorfreude auf Christus Geburt. Der Heiligabend ist die Zeit den Groll bei Seite zu legen und Freundschaft zu schließen.

Beim Decken des Tisches wird Stroh oder Heu unter dem weißen Tischtuch gelegt. Stroh oder Heu wird als Andenken an Christus Geburt verwendet, weil das weiße Tuch Marias Kopftuch symbolisiert. Frauen müssen am Fenster eine Kerze stellen um das Christkind willkommen zu heißen und die älteste Frau im Haus muss das Oplatek, eine dünne Waffel auf das kostbarste Teller das sie im Haus hat, stellen.
Ein zusätzlicher Stuhl wird am Tisch gelegt, denn man glaubt, dass keiner Weihnachten alleine verbringen sollte, so dass es nicht außergewöhnlich ist, wenn ein fremder zum Essen eingeladen wird. Der Stuhl wird am Tisch gesetzt auch für einen verstorbenen Familienmitglied, der im Geist, am Heiligen Abend mit der Familie sein möchte. Man meint auch, dass der freie Stuhl für das Christkind am Tisch gesetzt. Das jüngste Mitglied der Familie hat als Aufgabe nach den Songuntergang nach dem ersten Stern Ausschau zu halten. Das Kind oder die Kinder der Familie halten Ausschau nach dem „Kleinen Stern“ oder Gwiazdka und rufen aus „Der Stern ist da“, wenn der Stern am Himmel sichtbar ist. Nur dann werden die Kerzen angezündet und die Familie darf sich am Tisch setzen um zu speisen.

Lebkuchen

Einer der wichtigsten Traditionen am Wigilia Abend ist das Aufteilen der Oplatek Waffel. Der Mann im Haus teil die Waffel mit seiner Frau und Kinder, die Kinder untereinander. Der Austausch der Waffel ist ein gefühlvoller Moment, wo jedes Mitglied der Familie mit Christus vereint wird, vergangene Unrechte werde bei Seite gelegt. In manchen Teilen Polens, wird der Oplatek mit dem Vieh am Hof geteilt, als Anerkennung, dass diese die ersten Lebewesen gewesen waren das Christkind zu begrüßen.
Am Wigilia wird kein Fleisch serviert, nur vegetarische Speisen, eine Regel der Kirche in den alten Zeiten. Obwohl der Fleischedikt von der Kirche entfernt wurde, die Tradition wird weiterhin gehalten. Fisch, Pilze, Kartoffeln, Kraut und Früchte sind Teil des Weihnachtsessens. Geschenke werden nach dem Essen verteilt. Im Gegensatz zu anderen Ländern, bringt nicht der Weihnachtsmann oder Nikolaus die Geschenke, sondern das Christkind oder der kleine Sterne. Die Geschenke vom Nikolaus werden am 6. Dezember erhalten.

Ein anderer Brauch, der bis heute besteht ist das Ziehen von Stroh. Jedes Mitglied der Familie muss ein Strohhalm ziehen. Wenn es grün ist, bedeutet es Glück und Hochzeit, ein verwelktes bedeutet das Warten, gelbes bedeutet Jungfernstand und ein kurzes bedeutet tot. Manche Familien stellen neben dem Heu oder Stroh auch Geld für den Wohlstand.
Der Heiligabend endet mit der Mitternachtsmesse, Pasterka, in der Kirche, wo die Geburt Christi und die drei Weisen zelebriert werden.

Kirchen Altar am Weihnachtsabend

Der erste Weihnachtstag, 25. Dezember, wird mit der Familie zu Hause verbracht. An diesem Tag darf nicht gekocht werden und Freunde werden auch nicht besucht. Der 26 . Dezember, der Heilige Stephan, ist eine Zeit die man mit Freunden verbring und das Singen von Weihnachtslidern.
Sternsinger ziehen um die Häuser um die Geburt Christus anzuzünden. Herody ist die bekannteste Form des Sternsingens. Zwölf Jungs ziehen um die Häuser in Verkleidung (Maria, die drei Weisen, König Herodes) und singen. Ein ebenso beliebte Form des Feierns ist das Sternsingen. Drei Jungs ziehen mit einer Krippe und Stern um die Häuser. Die Sänger bekommen Geldscheine, Süßigkeiten und Früchte als Dank für die Lieder.

Die Weihnachtstraditionen in Polen sind alt und einzigartig, eine Kombination seiner Geschichte, Religion und Glaube. Wenn man je die Chance hat Weihnachten in Polen zu erleben, sollte man die Gelegenheit nicht verpassen.

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